Weingut Peter  Gästezimmer***  Tel. 06322-2010

 

Beim Weingut braut sich was zusammen!

Das schreit die Rheinpfalz Zeitung Bad Dürkheim

 

 

„Beer!?“ Die spinnen, die Pfälzer, scheint sich ein verdutzter Amerikaner zu denken, der gerade am Weingut Peter in Wachenheim vorbeiläuft.

Der Grund: Vor dem Hoftor des Winzeranwesens ist ein Sudwerk aufgebaut und produziert – nun ja, Bier. Verdrehte Welt. Dass aber gerade an einem heißen Tag wie soeben beim Kräutermarkt ein kühles Bier durchaus wohl tut, dachte sich auch Winzer Mathias Peter, der die Idee dazu hatte. Auf einem Dortmunder Weinfest – ja, das gibt‘s dann auch – hat Peter die „Biermacher“ kennen gelernt, eine Gruppe ambitionierter Haus- und Hobbybrauer.

„Dann kam die Idee auf: Warum laden wir sie nicht zum Schaubrauen ein?“

Und sie kamen – nicht nur mit ihrem Sudwerk, sondern mit etwas ganz Besonderem: Zwei eigens für den Kräutermarkt komponierte Sorten brachten die Bierliebhaber mit in die Pfalz. Ein obergäriges Helles namens „Wachenheimer Gold“ – und ein Kräuterbier mit Orange und Koriander. Letzteres findet besonders bei den weiblichen Passanten Zuspruch, gibt unter den Besuchern aber auch Stoff für so manche Diskussion. „Wie ist denn das mit dem deutschen Reinheitsgebot vereinbar“, fragt sich ein Kunde angesichts der ungewöhnlichen Inhaltsstoffe. „Gar nicht“, entgegnet Biermacher Bernd Eßmann. Macht aber nichts: Gebraut werden darf, was gefällt – und was schmeckt. Mancher Winzer, der vorbeikommt, beäugt das Brauwerk etwas skeptisch. „Wein und Bier“, sagt einer, „das passt nicht so zusammen.“ Gleichwohl ist das Interesse groß, und die Biermacher erklären zahlreichen Besuchern den Brauvorgang. Wer will, darf einmal von der Maische probieren, die süßlich und beinahe wie Müsli schmeckt. Auch Treberbrot gibt es zu kosten – Backwerk aus einem Nebenprodukt beim Biermachen. Immer wieder kommt die Frage auf: Darf man das einfach so, im eigenen Keller Bier brauen? „Darf man“, erklärt Bernd Eßmann, „allerdings steuerfrei nur bis zu 200 Liter. Außerdem muss man es beim Zollamt melden.“ Bierbrauen ist für die „Biermacher“ mehr als nur die Herstellung eines Getränks. „Es ist eine gesellige Angelegenheit“, sagt Eßmann. „Der Brauprozess ansich dauert schon so zwischen fünf und acht Stunden. Diese Zeit lässt sich zum gemütlichen Beisammensein nutzen. Dadurch macht man sich außerdem sein Lebensmittel zugänglich und lernt erst so, seinen Wert richtig zu schätzen. Wer sich seine Bierkästen aus dem Supermarkt holt, kommt gewöhnlich nicht auf die Idee, dass die Herstellung dermaßen aufwendig ist. Nach einer Stunde ist die Maische weniger schaumig und muss erhitzt werden. Am Ende des Tages wird Jungbier entstanden sein. Das ist zwar trinkbar, wird aber erst nach vier bis sechs Wochen Lagerung zu richtigem Bier. Mit seinen neu erworbenen Kenntnissen will auch Michael Peter unter die Hausbrauer gehen und sein eigenes Bier herstellen. Das man dann auch erwerben kann? „Ach nein“, wehrt der Winzer ab, „nur für mich, nicht zum Verkaufen. Da bleib‘ ich doch lieber beim Wein...“

 

EINE STUNDE:
„Bier zu Wein, das lass sein“ könnte man eine Volksweisheit variieren. Ein Weinbaubetrieb, der Bier braut? Ein Unding – nach allgemeinem Verständnis jedenfalls. Obwohl viele Winzer selbst gern den Durst mit einem Pils stillen. Warum also nicht, dachte sich ein Kollege in Wachenheim. Aber nur mal so für einen Tag ...

 

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